Toni Bortoluzzi plauderte über seine Nationalratszeit

Walter Nef (links), Veranstalter des Fondueplauschs, begrüsst alt Nationalrat Toni Bortoluzzi (Foto: wir)

Wo sonst Späne fliegen und Maschinen kreischen, fand am Samstag der jährliche SVP-Fondueplausch statt. Die Werkstatt der Nef Holzwaren AG ist für diesen Anlass wie geschaffen. Dies fand auch der Ehrengast, Alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Wie viele Jahre dieses Treffen schon in seiner Firma stattfindet, konnte selbst Walter Nef nicht mehr genau sagen, mindestens aber schon so lange, wie René Schweizer als Präsident der SVP Bauma amtet. Die Begrüssung der Gäste, inmitten von gestapeltem Holz und den zur Bearbeitung derselben im Raum stehenden Maschinen, erinnerte irgendwie an einen Gewerbe-Apéro und passte somit in der Tat hervorragend zur Volkspartei. Selbst das schön vorbereitete Häppchen-Buffet, angerichtet auf dem Tisch einer Kreissäge, fügte sich nahtlos ins Bild. Schweizer, Noch-Präsident der Ortspartei, war zusammen mit Manuela Burkhalter dafür besorgt, dass nirgendwo die Getränke ausgingen. Immerhin galt es, die Wartezeit auf den prominenten Ehrengast und Alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi zu überbrücken. Dieser, auch Jahre nach seinem Rückzug noch immer sehr beliebt, begrüsste danach sämtliche Anwesenden persönlich.

Gesprächsthema waren die Wahlen

Die Bearbeitungshalle der Nef Holzwaren wurde zum Speisesaal umgenutzt und mit Tischgruppen für jeweils sechs bis acht Gäste gedeckt. Die Rechauds waren vorbereitet, die Pfannen mit Käse gefüllt und so dauerte es auch nicht lange, bis der Raum mit den für einen Fondueplausch typischen Geräuschen, einer Mischung aus angeregten Diskussionen und lautem Lachen, erfüllt war.

Verschiedene Parteimitglieder kandidieren an den kommenden Wahlen vom 22. April für diverse Ämter. Es bot sich ihnen nun die Gelegenheit, sich ihren Wählern vorzustellen und sie um ihre Unterstützung zu bitten. Den Anfang machte Gemeinderat Paul von Euw, der sein Amt und das Ressort Hochbau und Liegenschaften gerne weiterführen möchte. Das Thema Weilerkernzone anzugehen, die zwei Grossprojekte «Umbau des Gemeindehauses» und «Umbau Böndler» weiter zu verfolgen sowie die vom Baumer Stimmvolk beschlossene Sanierung des Hallenbades, sind für von Euw gewichtige Gründe für den Verbleib im Gemeinderat.

Karin Inauen wirkt seit zwölf Jahren in der Schulpflege mit. Durch den angekündigten Rücktritt des Präsidenten, Rudolf Bertels, sieht sie ihre Chance gekommen, in diese Position nachzurücken. Christa Aemisegger ist überzeugt, das Herz am richtigen Fleck zu haben und bewirbt sich um einen Sitz in der Sozialbehörde. Die Familienfrau arbeitet zu 40 Prozent als Eventfachfrau und könnte so auch die Zeit für ein solches Engagement aufwenden. Die Vorstellungsrunde komplettierte schliesslich Paul Scherer, der schon von 1986 bis 1994 Einsitz in der Gesundheitsbehörde hatte. Er kommt ins Pensionsalter und die Nachfolge für seinen Landwirtschaftsbetrieb ist geregelt, Scherer hätte daher wieder genügend Zeit für einen Sitz in der Rechnungsprüfungskommission.

Ein paar Anekdoten aus vergangenen Zeiten

Es ist schon geraume Zeit her, seit Toni Bortoluzzi seinen Rücktritt aus dem politischen Leben bekannt gegeben hat. Einladungen zu solchen Anlässen seien seltener geworden, daher freute ihn die Anfrage aus Bauma natürlich sehr. Dies insbesondere, da er ja selber Inhaber eines Schreinereibetriebes war. Das Polit-Urgestein verrät in seiner Rede einige interessante Details des Insiderwissens aus vergangenen Zeiten, in denen er als enger Freund von Christoph Blocher Zeuge so mancher Mauschelei geworden ist. Keine Frage, noch immer gelingt es Bortoluzzi, eine Zuhörerschaft mit seinen Worten in den Bann zu ziehen. Eine Botschaft, die er aus seinen eigenen Erfahrungen geformt hatte, wollte er aber ganz besonders übermitteln: Wer sich in irgendein Amt wählen lässt, muss sich bewusst sein, dass er nur wahrgenommen wird oder etwas erreichen kann, wenn er sich für seine Sache auch entsprechend einsetzt. Diese Worte richtete er einerseits an die Allgemeinheit sowie wiederholt an die anwesenden aktuellen oder hoffnungsvollen, zukünftigen Behördenvertreter. Bortoluzzi hält auch nicht viel von parteilosen Politikern, einerseits könne man sich bei Entscheidungen einfach nicht auf diese verlassen, andererseits sei einem der Rückhalt der Partei in schwierigen Phasen eine grosse Hilfe.

Walter Nef, der Hausherr, fand für den SVP-Fondueplausch eine durchaus passende Umschreibung: «Eigentlich ist dies gar kein politischer Anlass, es geht nur darum, für ein paar Stunden gemütlich zusammenzusitzen und ein bisschen über Politik zu reden». Genau so war es.